Sie hat wieder zugeschlagen … die Zecke

Teil 0229.02.2024

Jedes Jahr aufs Neue nehmen wir den Kampf gegen diese Parasiten auf, doch trotz aller Vorsichtsmaßnahmen bleibt ein beachtlicher Teil der Zeckenstiche unbemerkt. Lt. zwei Studien der Vet. Uni Wien weist fast jeder zweite Hund bereits durch Zecken übertragene Krankheiten auf. Dies wird oft dadurch begünstigt, dass wir Hundebesitzer den Zeckenschutz vernachlässigen und nicht regelmäßig, sondern nur sporadisch auffrischen.


Was die Prävention betrifft, so steht man vor der Wahl zwischen chemischen und alternativen Mitteln. Während chemische Präparate direkt auf das Nervensystem der Zecken wirken können, gibt es um alternative Ansätze wie Kokos- oder Schwarzkümmelöl viele Diskussionen, jedoch wenig wissenschaftliche Belege. Vorweg, Zecken stechen nicht sofort zu und auch nicht bei jedem Hund. Trifft ein Hund eine Zecke, so nutzt sie die Gelegenheit und hängt sich erstmal in sein Fell. Danach entscheidet sie, ob es sich um einen geeigneten Wirt handelt oder nicht. Das kann von einige Minuten bis zu mehreren Stunden dauern. Deshalb krabbeln Zecken oft auf unserem Hund rum. Findet die Zecke den Wirt, also den Hund, ungeeignet, dann lässt sie sich auch wieder fallen. Deshalb hilft das Absuchen und Entfernen nach dem Spaziergang auf alle Fälle. Hilfreich sind dabei Mittel, die repellierend, also abwehrend, sind. Dann krabbeln die Zecken nur auf dem Hund rum und lassen sich wieder fallen oder gehen erst gar nicht auf den Hund. Diese Mittel töten die Zecke nicht ab. 
Nicht-repellierende Mittel töten die Zecke, wehren sie aber nicht ab. Das bedeutet, die Zecke muss entweder erst Blut saugen. Oder, wenn es sich, wie bei einigen Mitteln, um ein Kontaktgift für die Zecke handelt, einfach nur auf dem Hund rumkrabbeln. Sie stirbt dann ohne zu stechen. 


Wie steht es um die Gefährlichkeit der Nervengifte der Zecken für unsere Hunde. Das ist sehr unterschiedlich. Je nach Mittel kann es für den Hund schädlich sein, aber auch relativ ungefährlich. In vielen Fällen macht auch hier die Dosis das Gift. Richtig angewandt sind die meisten für Hunde nicht schädlich. Allerdings können Mittel Dimpylat – das in vielen Zeckenhalsbänder enthalten ist – bei Hunden z.B. Bronchialerkrankungen, Koordinationsstörungen, Speicheln und Zittern hervorrufen.


Und wie sieht es mit den alternativen Mitteln aus? Tja, da ist es entscheidend, wo man  mit dem Hund laufen geht. Ist es ein Gebiet, wo es wenig Zecken gibt, werden die Hundehalter immer sagen, dass die alternativen Mittel gut helfen. Lebt man in einer Zeckenhochburg, so werden diese Mittel nicht zuverlässig schützen. Was aber nicht vergessen werden darf, für alternative Mittel gibt es KEINE wissenschaftlichen Studien, die nachweisen, dass diese Mittel wirken. Und auch alternative Mittel sind nicht ohne Gefahr für den Hund. Es können von Allergien über Durchfälle bis zu Organschädigungen auftreten.

 

Schauen wir uns noch kurz einige der alternativen Mittel an:


Kokosöl: hier soll die enthaltene Laurinsäure die Zecken fernhalten. Anscheinend könnte das tatsächlich wirken. Es muss dazu jedoch vor jedem! Spaziergang gründlich aufgetragen werden, was bei langhaarigen Hunden eine echte Sauerei ist.


Schwarzkümmelöl: ACHTUNG, zu viel Schwarzkümmelöl schädigt die Leber, da es nicht vom Körper abgebaut werden kann. Von einem Verfüttern sollte deswegen eigentlich abgesehen werden. Hunde mit Lebererkrankungen dürfen es auf keinen Fall einnehmen. Und da es organschädigend ist, BITTE genaustens auf die Dosierung achten! In der Regel wird es überdosiert.
Knoblauch: auch hier fehlen die Studien zum wissenschaftlichen Beleg, dass er Zecken fernhält. ABER es gibt wissenschaftliche Untersuchungen, dass Knoblauch für Hunde giftig ist und die roten Blutkörperchen zerstört. Deshalb sollte man lieber auf ihn verzichten bzw. auch hier wieder extrem genau auf die Dosierung achten.


Ätherischen Öle als Spot-on: auch hier fehlen wissenschaftlich fundierte Nachweise der Wirksamkeit. Viele Hunde reagieren jedoch auf den starken Duft der Öle mit Unbehagen oder einer allergischen Reaktion.
Bernsteinketten: hier soll sowohl das ätherische Öl helfen, als auch die elektrische Ladung, die durch Reibung des Bernsteins erzeugt wird. Wobei die Reibung bei langhaarigen Hunden nicht entstehen kann.

 

 

Letztlich muss jeder Hundebesitzer selbst entscheiden, welchen Methode er für seinen Hund wählt. Entscheidend ist, unseren Vierbeinern den bestmöglichen Schutz zu bieten, um sie vor Krankheiten zu bewahren, die von diesen kleinen, aber gefährlichen Kreaturen übertragen werden können.